Svenja Weger: Olympia-Ticket im Laser Radial gelöst

14.10.2020 15:35 von Wilfried Liekmeier

Die Junioren-Weltmeisterin von 2013 und Laser-Radial-Europameisterin von 2014 hat sich ihre Olympia-Teilnahme in dieser Woche mit konzentriertem Einsatz verdient. Dabei konnte die in Regie von Trainer Jonasz Stelmaszyk trainierende 26-jährige Psychologiestudentin bei der Europameisterschaft auch erfolgreich eine ihrer selbst ausgemachten Schwächen abstellen: „Meine Starts waren gut. Wenn man hier und da noch etwas mehr Risiko in Kauf nimmt, ginge es sicher noch weiter nach vorne. Dafür stand bei dieser EM allerdings für mich zu viel auf dem Spiel. Daher habe ich in dieser Situation in der Regel eher konservativ agiert.“
 
DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner und das gesamte German Sailing Team hatten mit Svenja Weger im finalen Kampf um die Olympia-Fahrkarte mitgefiebert. Entsprechend groß war die Freude. Nadine Stegenwalner sagte: „Diesen Erfolg hat sich Svenja mit Beharrlichkeit und fokussierter Arbeit verdient. Wir freuen uns alle sehr für sie. Es ist der entscheidende Schritt zum großen Ziel Olympia. Nachdem wir 2016 ohne Laser-Radial-Seglerin im Olympia-Einsatz waren ist es ein gutes Gefühl, sie jetzt wieder im Team zu haben.“ Laser-Radial-Europameisterin wurde die niederländische Olympiasiegerin Marit Bouwmeester mit zwei Punkten Vorsprung vor Dauer-Rivalin und Weltmeisterin Anne-Marie Rindom (Dänemark) und der Polin Agata Barwińska.
Im selben Revier haben parallel zu den Frauen die Männer ihre Europameisterschaft im Laser Standard ausgetragen. Dabei hatten Philipp Buhl und seine jungen Teamkameraden vom German Sailing Team wie auch eine Reihe weiterer internationaler Top-Akteure im großen Feld der 126 Boote mehr zu kämpfen als ihnen lieb war. Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein) gelang nach seinem Fehlstart in die Serie und gleich zwei knappen Frühstart-Disqualifikationen allerdings am Finaltag ein rekordverdächtiger Satz: von Platz 33 rauschte der 30-Jährige mit einem Rennsieg und Rang sieben noch auf Platz sieben im Abschlussklassement. „Damit hat Philipp wieder einmal seine herausragenden Kämpferqualitäten unter Beweis gestellt – eine sehr starke Leistung“, zollte Nadine Stegenwalner dem Top-Akteur der Segelnationalmannschaft Respekt, der in diesem Jahr bislang mit dem ersten WM-Triumph eines deutschen Seglers im Februar und dem Kieler-Woche-Sieg im September aus allem Gold gemacht hatte, was er bestritten hat.
Vor diesem Hintergrund wog der verpasste Podiumsplatz bei der EM in Polen wenig schwer. Buhl, der von Trainer Alex Schlonski betreut wird, sagte: „Ich freue mich heute vor allem sehr, sehr, sehr für Svenja. Sie hat das so verdient. Ich wünsche Ihr, dass sie mit diesem Erfolg eine große Portion Selbstbewusstsein tanken kann. Denn das ist es, was am Ende zählt.“ Die eigene durchwachsene Serie, während der Buhl vor der Aufteilung des Feldes in Gold- und Silberflotte sogar nur auf Platz 62 lag und beinahe in der Silber-Gruppe gelandet wäre, kommentierte Buhl souverän: „Der letzte Tag hat einiges wiedergutgemacht. Ich war bei dieser EM durch die Frühstarts belastet, was meine Risiko-Möglichkeiten minimiert hat.“ Am Ende konnte Buhl seine Stärken wieder voll ausspielen.
 
ENDERGEBNISSE
 
LASER RADIAL
1.     Marit Bouwmeester (NED), 45
2.     Anne-Marie Rindom (DEN), 47
3.     Agata Barwińska (POL), 75 Punkte
8. Svenja Weger (Potsdamer Yacht-Club), 104 Punkte
 
LASER STANDARD
1.     Elliot Hanson (GBR), 60.3 Punkte
2.     Michael Beckett (GBR), 75 Punkte
3.     Lorenzo Brando Chiavarini (GBR), 82 Punkte
7. Philipp Buhl (Norddeutscher Regatta Verein), 120 Punkte
Pressekontakt
Deutscher Segler-Verband e. V.
Christiane Perlewitz
Gründgensstraße 18, 22309 Hamburg,
Tel.: 040 63 20 09 56
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